Journalisten der traditionellen Medien sehen sich meist in Konkurrenz mit den “Neuen Medien”, sprich dem Internet und seinen Auswüchsen. Sie fürchten um ihren Arbeitsplatz und weiß Gott noch was. Der eigentlich Leidtragende aber ist nicht der Medienschaffende, sonder der Konsumierende, der gemeine Bürger nämlich.
Bisher stellte sich die Informationslandschaft so dar: die Einen suchen nach Neuigkeiten und veröffentlichen selbige damit die Anderen sie aufnehmen können. Tradiotionel wurde das suchen von Neuigkeiten, Fakten, als Recherchieren bezeichnet. Dem Medienschaffendn kam eine Nachricht zu Ohren, die, falls er sie für nennenswert hielt, er überfprüfte auf Einzelheiten und eventuellen Wahrheitsgehalt. Leute die man als “gute” Medienschaffende bezeichnete recherchierten mit Sorgfalt und Gründlichkeit, die schwarzen Schafe der Szene wurden öfters Falschmeldungen zum Opfer oder erfanden diese gar selbst. Nun gestaltete es sich früher so, das die “guten” Medienschaffer und/oder Betroffene solcher “Enten” sich aber zu Wort meldeten und dies meist zu Richtigstellungen führte.
Der Medienkonsumierende war, in optimalsten Verhältnissen, also immer gut informiert.
Im Grauen des 21. Jahrhundert stellt sich die ganze Situation aber anders dar. Viele Medienkonsumierende wurden zwecks Internet zu Medienschaffenden und konkurieren nun tatsächlich teilweise mit den Traditionalisten. Einen Vorteil die Neuen der Branche aber: das Internet. Eine technologische Neuerung Daten in Höchstgeschwindigkeiten auszutauschen, Welt weit. Sowohl neue als auch traditionelle Journalisten stehen heute unter erhöhtem Zeitdruck. Denn eine Neuigkeit ist keine Neuigkeit, wenn sie schon von zig anderen verkündet wurde. Ein Medienschaffender hat immer weniger Zeit zum Recherchieren von Neuigkeiten bevor er nur noch einen Nachruf in die Zeilen tippen kann. Die neue Zeit verkürzt also beides, die Recherche und das Haltbarkeitsdatum der Nachricht. Meistens sind Berichte von Gestern schon Schnee von Vorgesetern und waren eigentlich vor einer Woche wirklich aktuel .
In dieser neuen, schnelleren Medienwelt ist der Medienkonsumierende Hauptleidtragender. Von einem Überfluß an Nachrichten bedrengt muss er die für ihn relevanten herausfiltern und bei selbigen auch noch die nicht getane Recherchearbeit selbst tätigen. Denn wer soll es sonst tun? Alle Medienschaffende sind schon mit der nächsten Neuigkeit beschäftigt und haben diese Zeit diese, ganze zu schweigen von der Alten, zu prüfen.
So kann es dazu kommen das der Konsumierende liest “Aldi verkauft geschächtetes Fleisch“. Der Konsumierende wundert sich und erkundigt sich beim Medienschaffenden nach dem Grund für diese Behauptung, nach einer Quelle. Gejagt von der Zeit nuschelt der Schaffende im vorbei einen kurzen Satz wie:”Lies doch genauer: ‘Das Fleisch ist, wie uns der Hersteller - die Firma Einhaus - versicherte, natürlich halal.’!” Nun kann der Konsumierende entscheiden, entweder er glaubt der Guten Alten Zeiten Willen dem Schaffenden oder er nimmt sich die Zeit, die er als nicht Medienschaffender ja hat, und erkundigt sich beim Hersteller selbst. Das gestaltet sich nun aber nicht ganz einfach, denn ein Kontakt zur Frima Einhaus ist im Internet nicht zu finden und auf der Verpackung der Produkts auch nicht. Der kluge Konsumierende wendet sich also an denjenigen von dem er die Ware erhalten hat, an Aldi. Nach vierzehn Tagen versichert der Großhändler dem misstrauische Medienkonsurmator dann: “Das Fleisch für das Produkt Türkische Pizza stammt von Tieren, die alle in zertifizierten und kontrollierten Schlachtbetrieben zunächst betäubt und dann ausgeblutet werden.”
“Aha,” erkennt nun der Misstrauische “mein Misstrauen zahlt sich aus.” leider nur noch für ihn. Denn in den “Neuen Medien” interessiert sich kaum jemand noch für eine Falschmeldung von vor vierzehn Tagen. Andere Medienkonsumierer nicht und die Medienschaffenden schon gar nicht, denn die sind ja schon am schreiben der Nachrichten von Morgen - wieder ohne groß zu recherchieren.
Wir lernen, dass am Ende das Opfer keinesfalls der in Traditionsmedien arbeitende Journalist, sondern sein Kunde, der Konsumierende, alle Lasten auf seinen Schultern liegen sieht. Der Medienkonsumierende der Neuen Zeit ist konfrontiert mit einer Flut schlecht recherchierter Ganz-, Halb- und Kaumwahrheiten aus denen er sich die relevanten selbst heraussuchen darf, um sie anschließend selbst nocheinmal nachzurecherchieren.
Da steht er nun, der arme Tor, und ist dümmer als wie zuvor…
gastbeitrag von Bootie Bad Azz
3 Antworten so far ↓
Dieter Petereit // November 29, 2007 um 2:01 Uhr nachmittags
war ich überrascht schon sehr zu lesen dieses andere form ist. habe ich bootie bad azz am ende gesehen erst. was ist kein wunder weil da ja auch steht. war ich beruhigt wieder. kann ich gar nicht anders sagen…
Chad Kroski // Dezember 5, 2007 um 12:54 Uhr nachmittags
neinein, keine angst bleibt erhalten chad kroski lieber.
aber auch wenn nur ist gast wurde sich bootie bad azz freuen sicher uber reaktion von leser mehr.
ubrigens auch ich, kann ich gar nicht anders sagen
Lehman spielt wieder « Chad Kroski // Dezember 12, 2007 um 9:34 Uhr nachmittags
[...] ist auffalend das sind beide artikel sehr kurz. scheint spiegel nicht mehr zu legen wert auf viel recherche. und frage ich mich, ob es hilft etablierten medien uberzugehen zu methoden von “medien neuen”? [...]
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